Der Berg kreiste – und gebar vier neue Verträge: Bundesübungsleiter Joachim Löw, Manager Oliver Bierhoff, Co-Trainer Hans-Dieter Flick und Torwächter-Coach Andreas Köpcke bleiben uns zumindest bis nach der EM 2012 in Polen und der Ukraine erhalten. Die guten Nachrichten verkündete die sportliche Führung heute Mittag auf einer DFB-Pressekonferenz in Frankfurt. Nur Uns Theo ziert sich noch ein wenig:

Nun mach mal hinne, Theo: Auch du fährst gefälligst mit nach Łódź!

72, 80, 96, 2012!

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Paul, die Hellseher-Krake aus Oberhausen, ist Ehrenbürger des Örtchens Carballino im Nordwesten Spaniens. Der Beschluss des Gemeinderats wurde einstimmig gefasst. Bürgermeister Carlos Montes will bald nach Deutschland reisen, um dem Tentakelviech eine Auszeichnung zu überreichen.

Was wir schon immer geahnt haben, ist jetzt also zur Gewissheit geworden: Für einen völlig wertlosen Titel hat Paul seine zweite Heimat an die Iberer verkauft. Pfui, Paul, pfui!

Vorwürfe ganz anderer Art erhebt unterdessen der ungarische Verhaltensforscher Vilmos Csanyi. Er geht davon aus, dass der korrupte Tintenfisch von einem Fußballexperten manipuliert wurde. Nur so sei es Paul möglich gewesen, den Ausgang sämtlicher Spiele korrekt voherzusagen.

Nun, Herr Csanyi, den Fachmann zeigen Sie mir aber mal, der eine hundertprozentige Treffergenauigkeit vorweisen kann. Ich jedenfalls kenne keinen.

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Faule Ausrede

In: Abseits| Deutschland

13 Jul 2010

Weil die Spieler nach ihrer Ankunft in Frankfurt gestern Morgen keine Sekunde Zeit für die vielen Fans hatten, habe ich den DFB um eine Stellungnahme gebeten. Inzwischen liegt mir die Massen-E-Mail-Antwort vor:

“Dass die Spieler nach ihrer Landung am Frankfurter Flughafen direkt die Heimreise angetreten haben, hat für Unmut und Unverständnis gesorgt. Das gesamte Team bedauert dies zutiefst. Nichts lag der Mannschaft ferner, als ihre treuen Fans zu verärgern. Aus diesem Grunde wurde im Vorfeld auch an alle Fans und Journalisten deutlich kommuniziert, dass es nach der Ankunft keinen öffentlichen Auftritt geben wird. Und auf dieser Grundlage wurden dann für das gesamte Team die weiteren Reiseabläufe und Anschlussflüge geplant. Dass trotz dieser Ankündigung dennoch einige tausend Fans spontan am frühen Morgen zum Flughafen gekommen waren, hatte die Mannschaft nicht erwartet. All diejenigen, die sich vergeblich auf den Weg gemacht hatten, bittet das Team um Entschuldigung.”

Sorry, das ist nichts anderes als eine reichlich faule Ausrede, denn für einen Flughafenempfang mit Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth reichte die Zeit ja offenbar.

So wird aus der ganz schwachen Nummer nur eine peinlich-verlogene Nummer, werte DFB-Verantwortliche.

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Madre mia!

In: Abseits

13 Jul 2010

Aber, aber, Senor Casillas!

Keine Sorge – das Mädel ist die Freundin des spanischen Torwächters, die für den Sender Telecinco während der WM im Einsatz war.

Warum nur bin nicht Fußballprofi geworden?

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Tore: 145

Tore pro Spiel: 2,27

Anteil von Thomas Müller und Miroslav Klose: 6,21 Prozent

Anteil des gesamten spanischen Weltmeisterteams: 5,52 Prozent

Einzige ungeschlagene Mannschaft: Neuseeland

Gelbe Karten: 245

Gelbe Karten pro Spiel: 3,83

Gelb-rote Karten: 8

Rote Karten: 9

Strafstöße: 15

Verwandelt: 9

Verschossen: 6

Zuschauer in den WM-Stadien: 3,17 Millionen (2006: 3,35 Millionen)

Das schönste Tor: Arne Friedrich (Deutschland gegen Argentinien, 3:0)

Das schönste nicht gegebene Tor: Frank Lampard (Deutschland gegen England)

Das schönste Eigentor: Robert Green (USA gegen England, 1:1)

Das kurioseste Tor: Cristiano Ronaldo (Portugal gegen Nordkorea, 6:0)

Das schnellste Tor: Thomas Müller (Deutschland gegen Argentinien, 1:0)

Zensurwürdigste Kommentatorenentgleisung: Gerd Gottlob (ARD, USA gegen Algerien)

Bester TV-Experte: Paul (Kraken-Orakel, acht Spiele getippt, acht Mal richtig gelegen)

Das hätte man allerdings schon vorher wissen können: Schließlich hat das Viech neun Gehirne und drei Herzen.

Was bleibt? Ganz klar: Die Vorfreude auf die EM in zwei Jahren und die WM 2014 in Brasilien.

In diesem Sinne.

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Wo war da eigentlich Kapitän Philipp Lahm? Oder Manager Oliver Bierhoff?

Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich habe jedes Verständnis für die Entscheidung der Mannschaft, sich in Berlin ohne Cup nicht nochmal feiern zu lassen. Aber fünf Minuten Zeit und ein paar Autogramme für die Fans, die zum Teil stundenlang mitten in der Nacht auf Jogi & Co. gewartet haben, wären ganz sicher nicht zuviel verlangt gewesen.

So kann man sich ganz schnell viele Sympathien wieder verscherzen.

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0:1, 2:0, 2:1, 1:0, 1:0, 1:0, 1:0 – ungefähr so aufregend wie die Resultate der WM-Begegnungen mit spanischer Beteiligung war nicht nur das Endspiel vor 84490 extrem leidensfähigen Zuschauern im Johannesburger Soccer-City-Stadion, sondern auch der ergebnisorientierte – man könnte auch sagen: langweilige – Stil des frisch gekürten Weltmeisters von der iberischen Halbinsel. Am Ende der ersten Fußball-Welttitelkämpfe auf dem afrikanischen Kontinent steht also ein Gewinnerteam, das nur in der eigenen Heimat Begeisterungsstürme auslöst – und das auch nur, weil sich der gewünschte Erfolg eingestellt hat.

Ich will nicht ungerecht sein: Spanien ist nicht der erste und wird auch nicht der letzte Weltmeister sein, der das wichtigste Turnier der Welt gewinnt, ohne wirklich zu überzeugen oder gar die beste Mannschaft zu sein. Fußball ist nicht gerecht. Wäre das der Fall, hätte Deutschland heute zwei WM-Titel mehr auf dem Konto, nämlich die der beiden letzten Weltmeisterschaften. Und noch etwas steht für mich fest: Die Niederlande wären keineswegs ein würdigerer Weltmeister gewesen, auch wenn meine persönlichen Sympathien am Sonntag schon auf Seiten der Holländer lagen.

Um der Chronistenpflicht genüge zu tun: Das einzige Tor fiel in der 116. Minute durch Andres Iniesta – und hätte so eigentlich gar nicht fallen dürfen, denn dem finalentscheidenden Angriff der Spanier ging ein klares, vom insgesamt schwachen englischen Schiedsrichter Howard Webb aber nicht geahndetes Foul am holländischen Angreifer Eljero Elia knapp außerhalb des Strafraums der Iberer voraus:

Am Rande des Endspiels hat Senkrechtstarter Thomas Müller seine unglaubliche erste Weltmeisterschaft mit zwei wichtigen Auszeichnungen gekrönt: Der 20-jährige Bayern-Profi, den vor einem Jahr noch kaum jemand kannte, wurde mit fünf Toren und drei Vorlagen nicht nur alleiniger Torschützenkönig der WM, er wurde von der Technischen Studiengruppe der FIFA auch zum Besten Jungen Spieler der WM auserkoren.

Zum besten Spieler des Turniers wählten die bei der FIFA akkreditierten Journalisten den uruguayischen Mittelfeldstar Diego Forlan, bester Torwächter wurde Iker Casillas (Spanien). Die Fairplay-Wertung des Fußball-Weltverbandes ging ebenfalls an den neuen Weltmeister aus Spanien.

War sonst noch was? Ach ja – der obligatorische WM-Rückblick. Aber den spare ich mir für morgen auf – genauso wie die Beantwortung der existenziell wichtigen Frage, wieso Krake Paul doch tatsächlich jedes der acht von ihm tentakelten Spiele richtig vorausorakeln konnte.

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Einfach nochmal fünf Minuten Genuss pur: Die 16 deutschen WM-Tore.

Kein Team hat mehr Tore geschossen. Keine Mannschaft hat schöner Fußball gespielt.

Danke.

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Ich bin mir zwar ziemlich sicher, dass Jogi und seine Jungs lieber den WM-Titel mit nach Deutschland gebracht hätten, aber die Ankündigung des Bundespräsidenten während der letzten Pressekonferenz am Sonntag im Quartier der deutschen Mannschaft, Joachim Löw das Bundesverdienstkreuz und der Mannschaft das Silberne Lorbeerblatt zu verleihen, ist dann trotzdem doch etwas mehr als nur ein Trostpflästerchen:

Dieser Christian Wulff! Kaum im Amt – und schon hat er etwas richtig gemacht!

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